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erinnerung zeichnen

 

Installation im der Galerie Sportingclub, Valencia, März 2008

Anhand von Fotografien konstruiert jede Familie eine Chronik ihrer selbst, mit einer Ansammlung handlicher Bilder, die Zeugnis ablegen über die Beständigkeit ihrer inneren Verknüpfungen.(...) Das Fotografieren wird genau in dem Moment zu einem familiären Ritus,  in dem die Institution der Familie selbst,  einem radikalen chirurgischen Eingriff unterliegt. In dem gleichen Ausmaß, in dem sich die klaustrophobische Einheit der Familie, von einer wesentlich umfassenderen familiären Gruppe distanzierte, bediente man sich der Fotografie, um das Andenken zu wahren und die bedrohte Kontinuität, die nicht zu definierende Expansion des familiären Lebens, symbolisch zu festigen.Diese spukhaften Spuren, die Fotografien, stehen stellvertretend für die weit verstreute Verwandtschaft. Das Familienalbum setzt sich meistens aus der Familie im  weiteren Sinn zusammen, und oft ist es das einzige, was von ihr übriggeblieben ist.       Susan Sontag

Es handelt sich hier um Zeichnungen, zu deren Vorlage alte Fotos dienten aus den Jahren 1907 bis 1942, die ich im Haus meiner Großmutter fand, und die im weitesten Sinne alle aus unserer Familie stammen. Die Zeichnungen sind in einer Drucktechnik entstanden: unter das Papier wurde ein mit Ölkreide bemalter Karton gelegt und durch den Druck beim Zeichnen mit dem Bleistift entstanden die Linien auf der Rückseite des Bildes, die später die spiegelverkehrte, eigentliche Zeichnung bilden.Die Zeichnungen erzählen von dem Leben während und zwischen den zwei Weltkriegen in Deutschland und davon wie sich die Welt veränderte und mit ihr die Mentalität eines patriachalen, gehobenen Bürgertums, das aufgehört hat zu existieren.